auf zu neuen Ufern: Ein neue neue Webseite

Meistens ist es ein Gefühl, das sich nur unterschwellig ausbreitet. Es ist ganz leise. So leise, dass man es erst gar nicht hören kann. Und dann, nach und nach, dringt der Duft der Veränderung ins Bewusstsein vor. Manchmal fühle ich mich davon überrumpelt. Und manchmal nehme ich sie dankbar an. Es ist schön, sich von Zeit zu Zeit ein weißes Blatt zu nehmen und seine Ideen ganz unvoreingenommen aufzuzeichnen.

Der Gedanke an eine neue Webseite war also nicht von Anfang an klar für mich. Ich wusste, es gibt ein Puzzlestück, dessen Platz ich noch suchen muss, und hier habe ich den Platz gefunden, an dem ich alles vereinen kann, was früher oder später zusammengehört.

Doch ich möchte nicht unhöflich sein, mit der Tür gleich ins Haus fallen, und mich erstmal vorstellen, so wie es sich gehört, wenn man irgendwo neu ist.

Ich bin Tinka Beere, 26 Jahre alt und ein Träumer. Seit ich mich zurück erinnern kann, denke ich mir Geschichten aus, die ich, sobald ich mit dem Alphabet umgehen konnte, aufgeschrieben habe. Ich neige dazu, Dinge nicht so zu nehmen, wie sie sind, sondern etwas anderes daraus zu machen. Bin eher introvertiert, schaffe es aber immer wieder, mich in den Mittelpunkt zu stellen. Ich rede gern über mich selbst. Nicht, weil ich so überzeugt von mir bin, sondern weil ich anderen die Chance geben möchte, selbst zu entscheiden, wie viel sie mir über sich erzählen wollen. Dann bin ich ein guter Zuhörer und nehme unvoreingenommen alles auf, was der andere mir sagen möchte. Ich bin ein leidenschaftlicher Selbermacher und habe den Kopf voller Ideen, die nur darauf warten, umgesetzt zu werden. Was mir schwer fällt, ist andere machen zu lassen. Vermutlich habe ich auch deswegen den Weg des Selfpublishing eingeschlagen und bereits fünf Bücher veröffentlicht.

Was ich immer wollte in meinem Leben, war Autorin zu werden. In der Schule nutzte ich den Deutschunterricht, um an meinen eigenen Geschichten zu schreiben, und war ich dann am Nachmittag zu Hause, führte mich mein Weg meistens an den Computer, damit ich auch hier meine Erzählungen weiterspinnen konnte. Freunde, die meine Texte lasen, waren begeistert und diese Erfahrung beflügelte und bremste mich gleichermaßen.

Während des Abiturs war ich Teil einer Schreibgruppe, die ich sogar eine zeitlang leitete. Alles lief gut, bis ein Ereignis mein Leben durcheinander brachte. Das Schreiben fand keinen Platz mehr in meinem Leben und in meinem Herzen, so sehr ich es auch wollte. Fünf Jahre lang war ich einfach nicht in der Lage, zu schreiben.

Am 22. Mai 2013 meldete ich mich in der Schreibwerkstatt an. Ein Forum für Autoren. Ich hatte es einfach satt, nicht mehr zu schreiben. Und von da an sollte sich mein Leben drastisch ändern. Im Nachhinein denke ich, es war der Grundstein für alles, was mir in den folgenden fünf Jahren passiert ist. In dem Forum knüpfte ich unter dem Namen tinkabeere erste Kontakte zu anderen Schreibenden und lernte den NaNoWriMo (National Novel Writing Month) kennen. Ohne Vorbereitungen stürzte ich mich in das wahnwitzige Vorhaben, in 30 Tagen 50.000 Wörter zu schreiben und schaffte es nicht nur, sondern beendete auch das erste Mal in meinem Leben eine Geschichte. Es war wie ein Rausch und in meiner Erinnerung passierten die folgenden Dinge Schlag auf Schlag. Immer mehr Autoren kamen in mein Leben. Ich knüpfte Kontakte und beschäftigte mich mit dem Handwerk des Schreibens.

Wenige Monate später gründete ich eine Gruppe für Autoren auf Facebook, das Writers' Inn, und veranstaltete dort Schreibabende und -monate. Im Juni 2015 gründete ich in einer Nacht- und Nebelaktion das Schreibmeer, welches zum aktuellen Zeitpunkt einen, in meinen Augen, unglaublichen Erfolg zu verzeichnen hat. Das Online-Magazin ist sicher ein Grund dafür, dass ich mir in unserer Szene bereits einen gewissen Namen gemacht habe.

Meine Ratgeber für Autoren schrieben sich fast von selbst. Den Blogging Guide und auch die Schreibchallenge tippte ich innerhalb weniger Tage. Dennoch gab es immer wieder Zeiten der Zweifel und ein einziges Wort schwebte über mir: eigentlich.

Eigentlich wollte ich doch immer Geschichten schreiben, die andere begeistern und in andere Welten entführen. Nur kam die Motivation und Unterstützung für andere Autoren immer und immer wieder dazwischen. Doch ich glaube, die letzten Jahre war die lehrreichste Zeit für mich, auf die ich weiter aufbauen kann. Aktuell schreibe ich an einer Geschichte, auf die mich ein (Alb-)traum gebracht hat. Mehr dazu aber später ...


Nun bin ich also hier. Fünf Jahre Tinka Beere und es ist so viel passiert. Ich bin sicher, dass die nächste Zeit nicht weniger spannend wird und ich freue mich, wenn ihr mich dabei begleiten möchtet. Meinen bisherigen Werdegang könnt ihr in meiner Teestube lesen. Den Blog werde ich nicht mehr weiterführen (das passiert jetzt hier), ihn aber als Archiv bestehen lassen.

Eure

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