ausprobiert: die Menstruationstasse

Ehrlich gesagt, habe ich mir nie großartig über den Verbrauch von Tampons Gedanken gemacht. Schon recht kurz nach meiner ersten Periode habe ich motiviert durch einen Urlaub am See mit einer Freundin von Damenbinden zu Tampons gewechselt. Das hatte vor allem praktische Gründe: ich konnte trotzdem schwimmen gehen.


Als ich dann auf solche Tassen zum Auffangen des Menstruationsblutes stieß, war ich ... Keine Ahnung, aber ich fand es irgendwie schräg. Letztendlich habe ich doch zu ihnen gefunden - und zwar über den Gesundheitsaspekt. Ich habe vor ziemlich genau zwei Jahren die Pille abgesetzt und, obwohl ich keine Probleme damit hatte, habe ich doch nach und nach Veränderungen festgestellt. In den letzten Wochen und Monaten fing ich an, mich selbst zu beobachten und habe festgestellt, dass ich in bestimmten Phasen meines Zyklus verschiedene Symptome aufweise.


Der Auslöser waren teilweise bösartig-unfaire und (in meinem eigenen Denken durchaus berechtigte) Vorwürde gegenüber meinem Liebsten. Ich fing an, auf meine Gedanken zu hören, sie aufzuschreiben und mit der Zeit schenkte ich meinem Körper und meinen Emotionen immer mehr Aufmerksamkeit und versuche, die Ursachen dafür zu ergründen. Ich führe nun auch keinen Kalender oder eine App mehr für meinen Zyklus. Ich spüre einfach, was gerade in mir los ist. Allein heute: ich bin irgendwie sehr kraftlos und im Laufe des Abends wird diese körperliche Erschöpfung zu einer Emotionalen, wenn ich nicht aufpasse. Darum achte ich auf mich und nehme mich zurück. Und in zwei Tagen, weiß ich jetzt, darf ich meine Menstruationstasse wieder rauskramen.

Tasse mit Stil
Tasse mit Stil

Ich habe mir also eine Menstruationstasse gekauft. Von der anfänglichen Skepsis ist nichts mehr übrig. Nur die Neugier und die Aussicht auf die positiven Vorteile sind geblieben.


Das erste Mal war ... Interessant. Von Panik mit Angstschweiß und positiver Überraschung war alles dabei 😅 Ja, es braucht definitiv ein bisschen Übung, aber wenn man seinen Weg gefunden hat, dann klappt es ganz gut.


meine Gründe für die Tasse

Sie ist garantiert nachhaltiger als Tampons und das Material belastet Umwelt und Körper weniger. Da man nur eine Tasse alle Jubeljahre einmal kaufen muss, ist sie preiswerter als Tampons. Im Schnitt habe ich eine Packung á 3-5€ alle zwei Monate gebraucht. So habe ich nach spätestens 10 Monaten den Anschaffungspreis von 25,99 wieder raus.


Das Körpergefühl ist mega. Ich kann genau feststellen, wie groß die Menge ist, die da jeden Monat so aus mir herausläuft. Und da ich generell aufgeschlossen körperlichen Dingen gegenüber und sehr experimentierfreudig bin, finde ich das alles sehr spannend.

Apropos Gefühl. Ich spüre die Tasse gar nicht und wenn, dann ist da nur ein weiches Gefühl. Tampons habe ich hingegen besonders an den letzten Tagen eher als unangenehm empfunden.


Das Reinigen der Tasse ist überhaupt kein Mehraufwandt. Unterwegs brauchte ich das gar nicht zu tun, die Tasse hält bei mir am stärksten Tag auch eine 8-h-Schicht durch.


Ein weiter Grund ist Selbstbestimmung. Auch wenn mein Liebster nicht so angetan davon ist, ist die Tasse für mich aber ein nächster Schritt dazu, mein Leben so zu gestalten, wie ich es möchte, zu meinen Entscheidungen zu stehen und mich durchzusetzen. Besonders am Anfang gab es viele Fragen und Irritationen: Wie, auskochen in einem Topf? Da habe ich ihm natürlich so behutsam wie möglich erklärt, wieso, weshalb und warum. Er findet es nach wie vor eklig, aber allein die Tatsache, dass da einmal im Monat Blut aus einem herausläuft, finden viele Männer einfach schräg. Und das ist okay so.


Ich werde das Tässchen auf jeden Fall weiterbenutzen, auch wenn ich immer einen Notfalltampon dabei haben werde. Mit der Entscheidung bin ich auf jeden Fall super glücklich und das Wissen um die Mülleinsparung macht ein sehr gutes Gefühl, damit nicht nur was für mich zu tun.


Nutzt ihr auch eine Tasse und wie sind eure Erfahrungen damit?


Eure

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